1930

Der Schriftsteller Ota Filip wurde am 9. MŠrz 1930 in MŠhrisch Ostrau/Ostrava geboren.

Nach dem Abitur und dem Studium der Journalistik in Prag, arbeitete er als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und beim Rundfunk.

 

1960

Als er 1960 von der Kommunistischen Partei, wegen kritischen €u§erungen ausgeschlossen wurde, musste er in den folgenden Jahren als Hilfsarbeiter seinen Lebensunterhalt verdienen. Ab dieser Zeit widmete er sich zunehmend dem Schreiben, erhielt jedoch offiziell Schreibverbot und musste unter verschiedenen Pseudonymen seine Hšrspiele, Gedichte, ErzŠhlungen und Essays veršffentlichen.

 

1968

Der kurze ăPrager FrŸhlingŇ brachte ihm die Erlaubnis wieder offiziell zu schreiben. Er erhielt eine Anstellung als Verlagslektor beim Profil-Verlag in Ostrava.  Zu jener Zeit gehšrte Ota Filip  schon zu den politisch engagierten Schriftstellern, die auch im Westen als  begabte ErzŠhler der jŸngeren Generation anerkannt wurden.

 

1969

Doch bereits 1969 wurde er wegen ăUnterwŸhlung der sozialistischen GesellschaftŇ verurteilt und musste  fŸr 15 Monate  ins GefŠngnis. Nach seiner Entlassung musste er sich erneut mit Hilfsarbeiten durchschlagen. Seine Publikationen  fanden im Westen durch glŠnzende Rezensionen Anerkennung, doch in der Tschechoslowakei blieben sie weiterhin verboten.

 

1974

1974 gab Ota Filip dem anhaltenden Druck nach und ging mit seiner Familie ins Exil nach Deutschland, wo er 1977 deutscher StaatsbŸrger wurde.

In MŸnchen setzte er seine Arbeit als Schriftsteller und politischer Journalist fort.

 

1981

Ab den 80er Jahren publizierte er seine Romane in Deutsch.

Ein gro§es Anliegen in seinem engagierten Schreiben war fŸr Ota Filip die Versšhnung zwischen dem tschechischen Volk  und den Deutschen aus dem frŸheren Sudetenland. Seine Reflexionen und kritischen Beobachtungen Ÿber das Land seiner Herkunft dokumentierte er in Reportagen, die zusammengefasst in den BŸchern:  ăDie stillen Toten unterm Klee. Wiedersehen in BšhmenŇ (1992) und ă...doch die MŠrchen sprechen deutschŇ (1996) veršffentlicht wurden.

 

    ăSeit 1945 bin ich in meiner Lebensgeschichte immer wieder auf das tragische Schicksal der Deutschen in meiner Heimat, in MŠhren und Bšhmen, gesto§en. Die Suche nach einer fast tausendjŠhrigen tschechisch-deutschen Vergangenheit im bšhmischen Kšnigreich und dann bis 1938  in der Tschechoslowakei war fŸr mich ein aufregendes Erlebnis: Immer wieder habe ich in den Ruinen, die uns die tschechisch-deutsche Vergangenheit in meiner einstigen Heimat nach 1939 hinterlassen hat, Gemeinsamkeiten entdeckt, verschŸttete Grundmauern, abendlŠndisch-christliche Traditionen, auf welche wir eine gemeinsame Zukunft in Europa aufbauen kšnnen.Ň

    (...doch die MŠrchen sprechen deutsch: Geschichten aus Bšhmen von Ota Filip)

 

 

Veršffentlichungen: u.a. ăDas CafŽ an der Stra§e zum FriedhofŇ (1968,Roman). ăEin Narr fŸr jede ZeitŇ (1969, Roman),  ăDie Himmelfahrt des Lojzek Lap‡cek aus Schlesisch OstrauŇ (1973 Roman), ăZweikŠmpfeŇ (1975 Roman), ăMaiandachtŇ (1976, Roman), ăWallenstein und LukretiaŇ (1978), ăDer Gro§vater und die KanoneŇ (1981 Roman), ăCafŽ SlaviaŇ (1985 Roman), ăDie Sehnsucht nach ProcidaŇ (1988), ăDie stillen Toten unterm KleeŇ (1992), ă... doch die MŠrchen sprechen deutschŇ (1996).

 

Auszeichnungen: Literaturpreis der Stadt Ostrau (1967), Adalbert-von-Chamisso-Preis, Andreas-Gryphius-Preis(1991) ăDie LšwenphoteŇ erster MŸnchner Gro§stadtpreis fŸr Literatur (1991).

(Quelle: Munzinger-Archiv/Internat.Biograph.Archiv 21/98)